Buchstaben - die Urelemente des Universums
Werkstoffe des Universums
Der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets, das Aleph, hat wie jeder der anderen einundzwanzig Buchstaben seine Geschichte, seine Wirklichkeit und seine Zahl.
Wie bereits bekannt, sind die zweiundzwanzig Buchstaben eher ein Grundgerüst für die Konservierung von Sprache, da es im hebräischen Buchstabenfundus keine Vokale gab bzw. gibt.
Dieser scheinbare "Fehler" im System ist dem unumstößlichen Fakt geschuldet, dass die Menschen zur Zeit der Erfindung der hebräischen Zeichen genau wussten, was geschrieben wurde. Es gab zu jeder Zeit einen "natürlichen Textspeicher", den Schreiber oder Bibliothekar, welcher den Text ohne Schwierigkeiten lesen konnte. Dies war so, weil die Texte exklusive Zeugnisse einer exklusiven Kaste von Wissens-Menschen waren.
Schon das Alte Testament führte dieses Sicherungssystem eines "natürlichen Textspeichers" an die Grenze des Machbaren, da es einfach zu wenige Menschen mit einem guten Gedächtnis gibt.
Der Vorteil:
- Platzersparnis und Ersparnis von Fläche (z. B. Steinplatte oder Leder)
wurde vom Nachteil:
- nicht lesbar von fachfremden Menschen
nachhaltig in Frage gestellt.
Letztendlich wurde das System der hebräischen Vokalzeichen erfunden.
Hebräische Vokalzeichen
Das hebräische Alphabet besteht grundsätzlich aus Konsonantenbuchstaben, aber es gibt heute ein System zur Darstellung von Vokalen:
- Grundsätzlich: Die 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets sind Konsonanten.
- Vokale werden nicht als eigene Buchstaben geschrieben, sondern durch Nikud (Punkt- und Strichzeichen) ergänzt.
Diese Zeichen stehen unter, über oder neben den Buchstaben und zeigen die Aussprache an (z. B. „a“, „e“, „i“, „o“, „u“). - In modernen Texten (Zeitungen, Bücher) werden die Vokalzeichen meist weggelassen, weil Muttersprachler die Wörter aus dem Kontext erkennen.
- In der Bibel, Kinderbüchern oder Sprachlernmaterialien sind die Vokalzeichen oft vorhanden.
Beispiel:
- Ohne Vokale: שלום
- Mit Vokalen (Nikud): שָׁלוֹם (shalom)
Wichtig zu wissen:
Es gibt eine althebräische Sprach- und Schriftwelt und es gibt die heutige hebräische Sprach- und Schriftwelt.
Ca. ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. wurde Hebräisch langsam eine Art Gelehrtensprache für Literatur und Religion.
Erst im 19. Jahrhundert erkannte das hebräische Volk, dass es keine einheitliche Alltagssprache mehr hatte, die Muttersprache "Hebräisch" war seit 1.500 Jahren erloschen.
Die Muttersprache "Hebräisch" wurde nie verboten oder unterdrückt, sondern durch Aramäisch, im Späteren Jiddisch oder die jeweilige Landessprache ersetzt.
Mystische Buchstaben
"Werkstoffe des Universums" ist als Bezeichnung für die althebräischen Buchstaben mit großer Sicherheit die richtige Bezeichnung.
Die Hebräer respektieren die "Werkstoffe des Universums" so intensiv, dass z. B. eine unbrauchbar gewordene Torarolle (Torarolle ist das heiligste Buch im Judentum und besteht aus den fünf Büchern Moses) begraben wird.
In den Büchern Kabbala 2023 und Kabbala Sefer 23 sind einige Analogien zum hebräischen Alphabet erarbeitet und in die kabbalistische Forschung eingeführt worden.
Kabbalisten haben eine hohe Achtung vor den hebräischen Buchstaben und Zahlen. Ein ernsthaft forschender Kabbalist würde nie und nimmer das Wort "Zufall" bemühen, um zum Beispiel die Zahlengleichheit der zweiundzwanzig Buchstaben und der zweiundzwanzig DNA Bausteine des Menschen zu erklären. Eine Zahlengleichheit ist mit einer Buchstabengleichheit zu verstehen. Buchstaben gleich Zahlen. In diesem Fall wären es die Buchstaben Kaph und Beth für die Zweiundzwanzig.
Moderne Numerologen würden jetzt die indisch-arabische Zahl 22 ins Feld führen und ggf. die Quersummer 4 bemühen. Kann man tun, wenn man sich bewusst ist, was man tut.
Es gibt nur einen Fels der Erkenntnis, die Route zur Spitze mag unterschiedlich sein, doch es gibt nur eine Felsspitze. Oben angekommen erscheint es unerheblich, welchen Weg man genommen hat. Die Erkenntnis nach dem beschwerlichen Aufstieg ist für alle gleich.
Hier wird die Erkenntnis des lesenden Menschen nicht entwertet, indem eine fertige Antwort präsentiert wird; so einfach ist es nicht.
Drei Mütter, sieben Doppelte, zwölf Einfache
Es gibt mehrere Antworten zu der nebenan eingefügten Zuordnung der Buchstaben.
Die Sieben und die Zwölf könnten an den Kalender, an die Tage und Monate erinnern. Doch der hebräische Kalender hat auch mal 13 Monate, um das Mondjahr stabil zum klimatischen Jahr zu halten.
Die Drei gibt es in vieler Hinsicht. Sofort fällt auf, dass fast alle althebräischen Wörter im Grunde 3 Buchstaben (Konsonanten) aufweisen. Das letztendlich gelesene Wort ergibt sich dann aus dem Sinnzusammenhang des gesamten Satzes.
Doch wenn die Drei genannt wird, wo ist dann die Vier? Das althergebrachte Tetragrammaton aus den drei Buchstaben "Jod", "Heh", "Waw" und zweitem "Heh" würde ja nicht passen. Doch wie im Buch Kabbala Sefer 23 nachzulesen, ist das Tetragrammaton mit den Buchstaben "Jod (10)", "Heh (5)", "Waw (6)" und "Aleph (1)" besser geeignet und würde in diesem Kontext auch zum Zahlrahmen "Vier" passen.
Die Zuordnung der Buchstaben in Mütter, Doppelte und Einfache ist auf verschiedene Bereiche anwendbar. So werden Metalle, Früchte, Wochentage und vieles andere mehr in Beziehung zu einem Buchstaben gesetzt, um mittels der Gematria (Buchstabenkunde) die kabbalistischen Werke besser zu verstehen.
Jeder wird verstehen, dass hier nur auf die äußerst komplexen Themen hingewiesen werden kann. Eine ausführliche Betrachtung kleinster Aspekte der Gematria füllt seit mehreren hundert Jahren ganze Bücher.
Buchstaben mit Krönchen (Tagin)
Talmudstelle Menachot 29b:
"§ Rav Jehuda sagt, dass Rav sagt: Als Mose in der Höhe aufstieg, fand er den Heiligen, gesegnet sei er, sitzend und Kronen an die Buchstaben der Tora bindend. Mose sprach vor Gott: Herr des Universums, wer hindert dich daran, die Tora ohne diese Ergänzungen zu geben? Gott sagte zu ihm: Es gibt einen Mann, der dazu bestimmt ist, nach mehreren Generationen geboren zu werden, und Akiva ben Yosef ist sein Name; er ist dazu bestimmt, aus jedem einzelnen Dorn dieser Kronen Hügel um Haufen Halakhot abzustammen. Zu seinem Wohl müssen die Kronen zu den Buchstaben der Tora hinzugefügt werden."
Das ist die tiefste Stelle zu den Tagin an den sieben Buchstaben. Es gibt Hinweise, dass eigentlich 6 Buchstaben mit Tagin reichen würden, doch keiner weiß, auf welche Tagin bei einen Buchstaben verzichtet werden könnte.

