Hohe Kunst

Alle einigermaßen belesenen Kabbalisten kennen die Erzählung von Golem.

"Wie weit ist ein Golem von uns weg, Meister?" "So weit wie wir von Gott", antwortet der Meister.

Wir können einen Golem erschaffen, doch dieser ist fern unserer Fähigkeiten. Er ist aus Ton, wie auch wir aus Ton sind. Doch scheint es, als wären wir nicht vom gleichen Ort!

Das Erschaffen eines Golem ist mit größter Sicherheit die höchste Stufe der praktischen Kabbala. Wenige werden sich im Leben dieser Aufgabe gewachsen fühlen, noch weniger werden Erfolg haben. Ob es gelungen ist, werden nur die Augenzeugen wissen und es für sich behalten.

Kunst

Keiner fühlt sich gerne gering, zu dem einem großem Ziel nicht geschaffen. Jeder Geselle träumt vom Meisterstück. Doch viele Gesellen wissen, zu welchen Meisterstück sie fähig sind und werden den "großen Wurf" außer acht lassen.

Der Meister für das Kleine, das fast alltägliche Wunder wird auch gebraucht, hat sein Tun in der Gemeinde.

So braucht das Vieh ein Amulett gegen Schlangen, der Bauer gegen das Feuer und der Gemeindevorsteher eine verborgene Schrift, welche seine Macht sicherstellt.

Den Golem kann man immer noch erschaffen, falls es notwendig ist. Jetzt braucht es die grundsolide Arbeit des Meisters.

Wie lernt man das Schaffen von Amuletten und Talisman? Wie alles andere auch.

Lesen, lernen, üben, scheitern. Weitermachen.

Hand und Werk

Noch ein Spruch aus der Praxis: "Handwerker sind keine Kopfwerker". Hört sich etwas hart an, ist allerdings meist so.

Der Meister ist der Kopfwerker unter den Handwerkern. Ein Meister wird nicht unbedingt erzählen, wie oft er sich die Finger verbrannt oder auf die selben mit dem Hammer geschlagen hat. Der Meister hat seine Lektionen gelernt, so oder so.

Wenn der Lehrling oder der Geselle die Narben des Meisters wahrnimmt und die richtigen Schlüsse für seine Hände zieht, dann hat der Meister seinen Mitstreitern schon eine Menge Schmerzen erspart.


Die Schmiede ist der Urgrund der Alchemie, die Schmiede ist seit 6.000 Jahren ein heiliger Ort. Wer sich unserer Herkunft bewusst macht, wird unsere Unwichtigkeit begreifen, die wir ohne unsere Werkzeug und Waffen haben. Wir sind nichts, ohne das Wissen Einzelner, die die Menschheit schon immer vorangebracht haben.


Vor dem universellen Prinzip unsere der Schöpfung, der Allmacht, welches alles erschaffen hat, braucht es Demut. Es ist die Demut vor dem Erschaffenden, welche wir brauchen, um einen Gesellen zum Meister zu wandeln.

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Selfmade Amulett

Kann man sich selbst ein Amulett herstellen? Einfach so?

Ein Amulett hat im besten Fall eine positive Wirkung auf ein Lebewesen oder eine Sache. Eine solche Wirkung wird zum Einen durch das Material bzw. die Zeichen und Symbole geschöpft und zum Anderen durch die äußerst komplexe Person, welche das Amulett letztendlich herstellt.

Nun wird von einer Person, welche Amulette oder Talismane fertigt, eine tadellose Vergangenheit bzw. ein makelloses Erscheinungsbild erwartet. Die Idee: Nur ein sittlicher, moralisch gefestigter Mensch kann wirkfähige Amulette erschaffen. So weit, so gut.

Jeder weiß für sich, wie moralisch und sittlich die eigene Ausrichtung ist. Meist ist die Weste nicht ganz weiß.

Wir alle leben in mehreren moralischen Dilemmata und manchmal geradezu paradoxen Situationen. Das sollte uns jedoch nicht davon abhalten, wenn es nicht anders geht, z. B. ein Amulett für seine hilfsbedürftigen Mitmenschen zu fertigen. Ein mit einem ehrlichen Herzen geschaffenes, magisches Hilfsmittel ist besser als nichts. Im Buch Kabbala Sefer 23 gibt es einen Leitfaden dazu.