Kabbalistische Religionsdimensionen
Basis
Was ist die Basis von allem? Was ist hinter unserem Verstand, was erinnert uns an die Schöpfung?
Oder sollte die Frage besser lauten: "Was ist unter unserem Verstand?"
Die uns heute bekannten Religionen sind auch Systeme, die eine Bildung von Staaten ermöglichten. Vor mehr als 2.000 Jahren gab es keine Staatsgebilde, wie wir sie heute kennen. Die Menschen waren in kleinen Strukturen organsiert, in welche auch religiöse Elemente eingebunden waren.
Jede örtliche Struktur hatte im Zweifel auch die eigenen Götter, welche wiederum nur mit den Menschen der eigenen Gruppe verbunden waren.
Die Götterbilder von ca. 6.000 Jahren v. Chr. bis ca. 100 Jahre n. Chr. sind immer noch in uns, ohne das wir uns dessen bewusst sind.
Die Kabbala kann man mit einer "Tiefenbohrung" vergleichen, die sich durch die 2.000 Jahre Religionssediment hindurchgearbeitet hat, um zur Basis, zur "Götterdämmerung" durchzustoßen.
Die Kultivierung der Kabbala durch die Hebräer ist eine hervorragende Leistung, die natürlich der Kabbala einen jüdischen Anstrich gibt. Doch sollte sich jeder dazu eingeladen fühlen, hinter diesen Anstrich zu schauen, um die Schöpfung zu erkennen.
Kabbala als Erkenntnis
Die Allmacht kann man nicht verstehen, man muss sie hinnehmen.
Annahme und Hinnahme des AllGöttlichen ist sicher nicht die einzige Option, sich dem Allmächtigen zu nähern, doch das Annehmen erleichtert vieles.
Welche Religion oder Sicht letztendlich die Basis für das Annehmen oder Hinnehmen ist, kann für sich gesehen gleich sein. Der erste Schritt ist getan, hin zum Berg der Erkenntnis.
Und hier holen uns wieder die Bilder aus unserer Welt ein! Wen oder was sieht man, wenn man oben (wo immer das sein mag) angekommen ist? Was sieht man, wen man von "oben" nach "unten" schaut oder zur Seite?
Die Religionen haben ihre Antworten seit tausend Jahren und diese werden sich auch nicht verändern, da diese Antworten zum Fundament ihrer Gedankengebäude geworden sind.
Die Kabbala hat Schriften, die Antworten muss man sich holen!
Dem Allmächtigen näher kommen
Was ist Gott? Der Mensch, welcher angeblich verstehen kann was Gott ist oder die einzelne Zelle einer Kirschblüte, welche das eigentliche Wunder symbolisiert?
Die Zelle, die einer Fabrik gleicht, ist auch die Basis unseres organischen Gesamtkonzeptes. Der menschliche Körper ist zwar mehr als die Summe seiner Zellen, doch nicht viel mehr. Unser angeblicher Verstand reicht meist nicht sonderlich weit.
Das Verstehen der Schöpfung ist beim besten Willen nicht möglich, so wie der Roboter nicht verstehen kann, was der Mensch beim Duft einer Kirschblüte empfindet.
Die Kirschblüte gibt einen Duft ab, den selbst der Roboter analysieren kann. Doch die Ebenen neben dem Duft, z. B. die Erinnerungen an einen alten Obstgarten auf dem Land, kann ein Roboter nicht erfassen.
So wie der Roboter noch nicht erfassen kann, was ein Gefühl ist, so können wir noch nicht erfassen, was Gott ist.
Mit dem Hingeben eines Gedankens an eine Kirschblüte sind wir allerdings schon ein kleines Stück an das Allmächtige herangekommen.

