2D-Kabbala versus 3D-Kabbala

Die Zeichnung links ist eine der bekanntesten Darstellungen der Kabbala. Sie bezieht sich auf das Buch "Jezira" und zeigt die zehn Sephiroth und die zweiundzwanzig Pfade zwischen den Sephiroth.
So kommt man auf insgesamt 32 Elemente der klassischen Kabbala. Die 10 und die 22 sind jeweils Zahlen, welche sich aus dem System ergeben. 10 Sephiroth und 22 Pfade symbolisieren also die klassische Kabbala.
Es ist überaus erstaunlich, dass diese Zeichnung der Kabbala-Glyphe über die Jahrhunderte immer wieder diskutiert und auch immer wieder gedruckt bzw. gezeichnet wurde. Das ist nicht selbstverständlich, da sehr viele Ideen bzw. Vorstellungen nach einigen Generationen mit einzelnen Kulturepochen einfach verschwinden. Die Kabbala-Glyphe ist nicht nur nicht verschwunden, sondern wurde zum Symbol für Geheimwissen.
Im Laufe der Zeit wurde immer mehr in diese Kabbala-Glyphe (2D) hineininterpretiert, sodass jedes einzelne Element der 32 Elemente mit Farben, astrologischen Entsprechungen, Verknüpfungen und Symbolen nahezu unkenntlich geworden ist. Schon die astrologische Vereinnahmung der Kabbala zeigt, wie weit das heutige Verstehen der Kabbala weg ist von der ursprünglichen Auffassung, von der klassischen Kabbala.
Jetzt werden sich natürliche alle fragen: Was soll dann die 3D-Kabbala-Glyphe hier darstellen? Ganz einfach, die 3D-Version ist die Kabbala hinter der Zeichnung, welche nur zu einem Zweck veröffentlicht wurde, dem Zweck des "Nichtvergessens". Die Wissenden brauchen wie jedes denkende Wesen eine Art "Spickzettel", welcher von Generation zu Generation weitergegeben werden kann, ohne das Wissen dahinter offenzulegen.
Das Alte Testament ist ein solcher "Spickzettel", das Buch Jezira ebenfalls und der Sohar gehört in seiner Deutungstiefe zu den Meisterwerken einer solchen Gedächtnisstütze. Der Meister, der Rav kennt die Geheimnisse hinter jedem scheinbar profanen Satz, der Schüler kann die Geheimnisse erahnen, weil er Jahre mit seinem Rav verbracht hat. So gaben und geben Geheimgesellschaften ebenfalls ihr Wissen weiter. Offen einsehbare Texte haben mehrere Ebenen der Bedeutung, es liegt in der Hand des Betrachters, die Deutung und Bedeutung einer Ebene zu entschlüsseln.
Die 3D-Kabbala-Glyphe hat mit 63 Elementen und einem Nicht-Element eine erstaunliche Parallele zu dem Schachbrett, welches ja auch 64 Felder hat. Das I-Ging, das tausende Jahre alte Orakel, hat 64 Entsprechungen. Schachbrett, I-Ging und Kabbala sind nicht untergegangen, weil sie im Ur-Gedächtnis der Menschheit verankert sind, schlicht nicht gelöscht werden können.
Das es "nur" 63 Elemente sind sollte nicht verwundern, die 64 ist das Vollkommene, so etwas gibt es in unserem Universum nicht. Sehr anschaulich beschreibt das die Saga um das Auge von Horus, dem ägyptischen Gott. Der Gott Toth gab durch seine magischen Fähigkeiten das vierundsechzigste (1/64) Teil hinzu. Nur oben kann es eine Vollkommenheit geben.

